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Herbstwanderung in Sint Nicolaasga

Birkenporling, Täubling, Milchling und Fliegenpilz sind nur einige der Vertreter aus der Gattung der Pilze, auf die man im Wilhelmina-Oard und in den Vegelinbossen trifft. Ein Spaziergang auf schmalen Wald- und Feldwegen, immer den herbstlichen Duft von fallenden Blättern in der Nase. Und dieser rote Pilz dort, mit den weißen Streifen... ob dort wohl einer von den sieben Zwergen wohnt? Genießen Sie den Herbst mit einer erholsamen Wanderung in diesen Wäldern.

Das 'Oorsprong' - unser Ausgangspunkt

Eine Wanderung kann man von mehreren Stellen aus starten. Diesmal parken wir unser Auto am Hotel De Oorsprong in Sint Nicolaasga. Der Duft von Kaffee mit Apfelkuchen lockt uns in dieses gastliche Haus, das im Laufe der Zeit schon einiges erlebt hat. Die Geschichte reicht bis ins Jahr 1885 zurück. Zwei Familien, die Van Eysingas und die Familie Vegelin van Claerbergen, stellten fest, dass das friesische Pferd vom Aussterben bedroht war. Mit dem Bau des Hauses 'De Oorsprong' erprobten sie eine neue Art der Pferdehaltung: Ställe mit viel Licht und Frischluft.


Ein erfolgreiches Zuchtprogramm wurde auf die Beine gestellt, um die Rasse für die Nachwelt zu erhalten. Die Zukunft des legendären friesischen Pferdes war somit gesichert. Heute kann man es sich in einem der Hotelzimmer gemütlich machen. Das Haus ist zu einem Großteil immer noch im Originalzustand erhalten. Auch für gutes Essen oder eine Tasse Kaffee im Ambiente von anno dazumal ist man hier genau richtig. Mit Cappuccino und warmem Apfelkuchen mit Sahne stärken wir uns optimal für die bevorstehende Wanderung.

“Wir bekommen sofort ein lecker frisches Nasengefühl.”

Dachse, Rehe, Zwerge und 'sprechende' Bäume

Die blauroten Holzpfähle markieren die Route über die Waldwege der Vegelinbossen, während die kühle Herbstluft alle Sinne erfrischt. Einfach herrlich! Wir durchwandern die Ländereien, in denen seinerzeit Junker und Edelfräuleins flanierten. Die Wälder wurden eigens zu ihrem Vergnügen auf diesem kargen und wüsten Boden angepflanzt. Mittlerweile haben Dachse, Rehe, Zwerge und 'sprechende' Bäume von dem Gebiet Besitz ergriffen. Allerdings dürften sich diese Gesellen tagsüber eher rarmachen. Immerhin kann man an den Dachsbauten gut erkennen, wie dieses außergewöhnliche Nachttier diesen Wald heimlich, still und leise zur Heimat auserkoren hat. Weiter geht's über sandige Wege. Der Zwergenpfad erobert die Herzen der Kinder, hat aber insgeheim auch Erwachsenen einiges zu bieten.

Zwerg Bunny und seine fünf Schildkröten

Begeben wir uns auf Zwergensuche. Am Zwergenpfad wurden aus einigen Bäumen prächtige Skulpturen mit Gesichtern. Ein Baum sieht sogar wie eine Harfe aus. Dafür verantwortlich zeichnet Banzai-John, der Bildhauer mit der Kettensäge. Aus abgestorbenen Bäumen rund um den Weiher macht dieser Künstler Figuren aller Art. Jedes Jahr kommt mindestens ein neues Baumkunstwerk hinzu, denn irgendwo stirbt immer ein Baum ab. So bleibt der Pfad lebendig. Zu jeder Figur gehört ein Schild, mal mit einer Geschichte, mal mit einer Aufgabe. So lernen wir zum Beispiel Zwerg Bunny kennen, der jeden Nachmittag auf der Bank sitzt und dort seine Freunde trifft: die fünf kleinen Schildkröten, die unter der Bank leben. Spannend!

“Unterwegs werden Sie mit
den schönsten PilZen und Vögeln verwöhnt.”

Adeliger Wald: Wilhelmina-Oard

In der Ferne ragt bereits Wilhelmina-Oard empor, der vornehme Gutshof, dessen Waldgebiete seit 1986 von der Landschaftsschutzorganisation It Fryske Gea instandgehalten werden. Vier unverheiratete Edelfräuleins ließen das Anwesen 1904 bauen, das den Namen ihrer Mutter Wilhelmina trägt. Von der erquickenden Umgebung versprach man sich eine Wohltat für Körper und Geist. Und tatsächlich: Es ist wunderschön hier. Endlos kann man über die langen, schnurgeraden Eichen- und Buchenalleen flanieren. Unterwegs sichtet man die schönsten Pilze, und Vögel wie der Pirol, der Kleiber und die Mönchsgrasmücke sorgen für die musikalische Umrahmung.

Wandern nach Lust und Laune

Am schönsten ist die komplette Wanderung, die im Halbkreis um das Dorf Sint Nicolaasga herumführt. Sie dauert 2 bis 3 Stunden, kann aber auch nach Belieben abgekürzt werden.

Banzah-John

Banzai-John betreibt in Balk ein eigenes Atelier mit Kunstobjekten und Skulpturen, die er mit seiner Kettensäge anfertigte. Auch bietet er Workshops, bei denen man neben Holzgravuren auch mit der Kettensäge Hand anlegen kann. www.banzai-john.nl

FOTOGRAFIE: DICO DE KLEIN (IT FRYSKE GEA), BANZAI-JOHN, JAN TIJSMA UND MAAIKE DE VREEZE